13
Jan
2009

Seeßlen zur BILD

Und genau deswegen lese ich Seeßlen so gerne. Er schafft es, jedem noch so ausgelutschten Thema noch ein paar neue Facetten abzugewinnen. Diesmal in der aktuellen Freitag zur BILD:

»Vielleicht funktioniert das System Bild als guilty pleasure, als exploitation und als trash auch deshalb so perfekt, weil es hierzulande nicht einmal die Begriffe gibt, es zu beschreiben, geschweige denn ein gesellschaftliches Projekt, einem Presseerzeugnis, das sozusagen offiziell als Fehlentwicklung gekennzeichnet ist, Kontrolle, Beschränkung und Aufklärung entgegen zu setzen. Der Bild-Zeitung ist es gelungen, von trash und exploitation zum Mainstream zu werden - schon wieder ein Begriff der angelsächsischen Sprache. Es klingt vielleicht noch etwas heftiger, wenn man es auf Deutsch sagt: Mit der Bild-Zeitung ist ein Medium, dass man eigentlich nur klammheimlich, mit schlechtem Gewissen und an eher anrüchigen Orten konsumieren würde, durch einen politischen und kulturellen Konsens in die Mitte der Gesellschaft gerückt und zum anerkannten, verbindlichen und allseits (beinahe) geschätzten "Leitmedium" geworden. Das heißt am Ende: Es gibt keine Kritik der Bild-Zeitung ohne Kritik der Kultur, der Gesellschaft, der Politik und des Staates. Anders gesagt: Bild-Kritik ist radikal, oder man kann sie gleich vergessen.«

>>> Georg Seeßlen / Markus Metz: Ja, wir können das tun – Warum es so schwer ist, die "Bild"-Zeitung zu kritisieren. Und warum man es dennoch machen sollte
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