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JA!JA!JA!

»Es kommt vor, dass man an Rockmusik nur die primitive Struktur hört und sie völlig überschätzt findet, oder an Avantgardekunst nur den Anspruch spürt, der einen abtörnt, oder an Oper nur das Affektierte, an zeitgenössischer E-Musik nur die Zumutung, an Pflanzen nur dieses penetrante Grün. Natürlich hat man dann Recht, man hat ja eine Haut zu verteidigen. Doch ist klar: Interessant wird egal was erst, wenn man dessen Modus annimmt, voraussetzt, sich schenkt und zum Konkreteren, Jeweiligen eben vordringt. Zu dem, was sich mit einem Text kapieren lässt, was ein Text kapiert und ist. Freilich wird man so zum rückgratlosen Eklektiker. Aber ohne sich temporär dem jeweiligen Gegenstand des Interesses anzuvertrauen, versteht man nichts, was nicht für einen in althergebrachte – ›verständliche‹ – Terminologie übersetzt wird, sodass man nichts Neues erfährt und auf betrüblichste Weise im eigenen, primitiven und immer gleichen Denken stecken bleibt. Es gibt ja genug, wo nichts anderes da ist als der Anspruch, der besser oder schlechter nachgebaute Modus, das merkt man fast immer ziemlich schnell. Das gibt es in allen Genres und Stilen, und daraus lässt sich kein Schluss über deren Qualität ziehen.«

>>> Ann Cotten: Etwas mehr. Über die Prämissen und den Sinn von dem, was wir mit Wörtern anzustellen imstande sind. In: BELLA triste #17.Sonderausgabe zur deutschsprachigen Gegenwartslyrik. [s. auch hier]

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