»Im Respekt vor der Notiz

gelingt es mir tatsächlich, mich halbwegs zu organisieren: Ein kleines, blumiges Notizbuch für unterwegs, ein weiteres kleines, nur für Zeichnungen, ein großes für unterwegs mit viel Fremdmaterial im Umschlag, eins, um Sätze und Passagen aus Büchern abzuschreiben, die mir nicht gehören, eines für essayistische Ansätze und Fragmente, eins nur für Träume, eins, das meine akkustischen Aufzeichnungen organisiert, sowie einen MiniDisc-Player für die akkustischen Aufzeichnungen. Außerdem jeweils eins für jedes ernsthaft gestartete größere Projekt. Die scheinbar unverhältnismäßig penible Kategorisierung ist nur der Not geschuldet, einer Frage nach der Form. Wie lässt sich was aufzeichnen? Wie fixieren, wie wieder abrufbar machen? // Für nostalgische Notizen empfehlen sich vielleicht diese rosenumrankten Tagebücher zum Abschließen: Man kann die Schlüsselchen danach einfach wegschmeißen und den Inhalt der Seiten begehren, ohne sich mit ihnen konfrontieren zu müssen.«

>>> Mara Genschel: CUT. Die Betrachtung der Dinge in Endlosschleife. Gefragt, geschnitten und editiert von Lisa-Maria Seydlitz. In: Bella Triste 24

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