»Der Tod der großen einfachen Vorstellungen,
die uns wahrhaft zu erschüttern vermögen, ist sehr nahe. Das Sterben der Schönheit, wie sie die alte Welt besaß, ist erfolgt. Alles Verklärte verlöschte unter Höllengelächter, reiner Ton, wahres Wort werden ungern gehört und ungern jenes:
Ist’s nicht der Mantel noch gesäter Sterne?
Ist’s nicht der Liebe hochverklärtes All?
Zerrissen ist der Mantel noch gesäter Sterne. Gelöst, aufgetrennt wird alles, im angstgequälten oder süchtigen Suchen nach äußerstem Effekt. Wer das Böse an solchem Vorgang aufzeigt, wird als Feind verschrieen, und Widersacher ist der, welcher kam, um zu binden anstatt zu lösen. Angst vor der stillen Tiefe der Nacht, alles ruft nach Erklärung: ›Sie wollen die Nacht zum Tage machen‹ sagt Novalis, so wie es schon bei Hiob steht.
Ach, ließe sich doch eine Zone des Schweigens einschalten zwischen Gestern und Morgen, damit das Morgen reiner aufgehn könnte.«
>>> Carl J. Burckhardt in einem Brief an Hugo von Hofmannsthal, Basel 1919
Ist’s nicht der Mantel noch gesäter Sterne?
Ist’s nicht der Liebe hochverklärtes All?
Zerrissen ist der Mantel noch gesäter Sterne. Gelöst, aufgetrennt wird alles, im angstgequälten oder süchtigen Suchen nach äußerstem Effekt. Wer das Böse an solchem Vorgang aufzeigt, wird als Feind verschrieen, und Widersacher ist der, welcher kam, um zu binden anstatt zu lösen. Angst vor der stillen Tiefe der Nacht, alles ruft nach Erklärung: ›Sie wollen die Nacht zum Tage machen‹ sagt Novalis, so wie es schon bei Hiob steht.
Ach, ließe sich doch eine Zone des Schweigens einschalten zwischen Gestern und Morgen, damit das Morgen reiner aufgehn könnte.«
>>> Carl J. Burckhardt in einem Brief an Hugo von Hofmannsthal, Basel 1919
pop. - 12. Jun, 20:19
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