11
Jul
2007

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»Modern sein heißt, die Welt als Bild zu begreifen. Eine der bis heute besten Darstellungen dieses Wandels hat Martin Heidegger in seinem Aufsatz ›Die Zeit des Weltbildes‹ geliefert. ›Weltbild, wesentlich verstanden‹, schreibt Heidegger, ›meint daher nicht ein Bild von der Welt, sondern die Welt als Bild begriffen.‹ Das Bild ist im Denken der Moderne kein Abbild von etwas mehr, das Dinge und Lebewesen originalgetreu nachzeichnet, sondern ein Modell, über das der Mensch verfügt und in dem er seine Korrekturen anbringt. Im Bild wird die Welt ästhetisiert und das Original, das Leben sozusagen, marginal. Mit der Verbildlichung der Welt werden die Gegenstände aber nicht nur ästhetisiert, sie werden auch in einem essenziellen Sinn aus der Macht des Schöpfergottes genommen. Mit der Ästhetisierung der Natur verliert Gott seine Macht über die Dinge. Auch deshalb gehören Bilder und bildgebende Verfahren zu den methodischen Unabdingbarkeiten der modernen Naturwissenschaften. Und moderne Naturwissenschaften sind seit ihrem Aufkommen im 17. Jahrhundert substanziell atheistisch. Wissenschaft ist nur möglich unter der Annahme, dass es keinen Gott gibt.«

>>> Cord Riechelmann zum evangelikalen ›Atlas der Schöpfung‹
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