...
Bei S. zum Essen eingeladen.
S. ist die klügste und belesenste Frau, die ich kenne. S. kann einige seltsame Geschichten erzählen. Wie sie als Klassenbeste abschloß, während ihres Studiums als Geisteswissenschaftlerin (!) einige Stipendien bekam, ihre Abschlußstudien mitsamt einem Forschungsaufenthalt in den USA finanziert wurden, sie ebenfalls als beste des Semesters abschloß. Wie sie dann zunächst der Akademia den Rücken kehrte, um endlich aus diesem sich selbst fickenden und dabei doch parasitären System herauszukommen. Wie sie dann ein paar Praktika und zur Zeit eine Ausbildung in einem ziemlich egalen Verlag mit kurzen Lehrtätigkeiten auf Zeit verband. Immer unterwegs, Hirn verkaufen. Wie wir immer wieder sprachen, als die Verzweiflung sich über sie legte. Ich habe doch immer alles gemacht, was man von einer Schülerin / Studentin / Auszubildenden / Dozentin verlangen kann. Fast immer sogar noch viel mehr und fast immer besser als der Rest. Diese Geschichten stehen hin und wieder schon mal in Magazinen. Wie schlecht es den jungen Geisteswissenschaftlern geht, dass nirgends Jobs auf sie warten. Das ist natürlich Kokolores. Wir haben immer noch bessere Berufschancen als Leute mit Realschulabschluß.
So hat B., die zur Zeit ihre Abschlußarbeit in Psychologie (Nebenfach, herrje, Soziologie) schreibt und die sich auf Arbeitspsychologie spezialisiert, bereits jetzt, vor ihrem Abschluß, ein Jobangebot als Personalleiterin in einem jungen, gut laufenden Betrieb angenommen. Sie wird dort viel Geld verdienen. Ihr gefällt der Job. Sie mag ihre Kollegen. Die WG-Wohnung ist bereits gekündigt, die neue angemietet. Es geht ihr gut.
Ich weiß nicht, woran es liegt. B. und S. auch nicht. Sie verstehen dieses System ebenso wenig wie ich. Aber sie verstehen, dass man Angst haben kann. Ja, unsere Berufschancen sind besser. Aber ebenso ist die Ungewissheit größer.
S. ist die klügste und belesenste Frau, die ich kenne. S. kann einige seltsame Geschichten erzählen. Wie sie als Klassenbeste abschloß, während ihres Studiums als Geisteswissenschaftlerin (!) einige Stipendien bekam, ihre Abschlußstudien mitsamt einem Forschungsaufenthalt in den USA finanziert wurden, sie ebenfalls als beste des Semesters abschloß. Wie sie dann zunächst der Akademia den Rücken kehrte, um endlich aus diesem sich selbst fickenden und dabei doch parasitären System herauszukommen. Wie sie dann ein paar Praktika und zur Zeit eine Ausbildung in einem ziemlich egalen Verlag mit kurzen Lehrtätigkeiten auf Zeit verband. Immer unterwegs, Hirn verkaufen. Wie wir immer wieder sprachen, als die Verzweiflung sich über sie legte. Ich habe doch immer alles gemacht, was man von einer Schülerin / Studentin / Auszubildenden / Dozentin verlangen kann. Fast immer sogar noch viel mehr und fast immer besser als der Rest. Diese Geschichten stehen hin und wieder schon mal in Magazinen. Wie schlecht es den jungen Geisteswissenschaftlern geht, dass nirgends Jobs auf sie warten. Das ist natürlich Kokolores. Wir haben immer noch bessere Berufschancen als Leute mit Realschulabschluß.
So hat B., die zur Zeit ihre Abschlußarbeit in Psychologie (Nebenfach, herrje, Soziologie) schreibt und die sich auf Arbeitspsychologie spezialisiert, bereits jetzt, vor ihrem Abschluß, ein Jobangebot als Personalleiterin in einem jungen, gut laufenden Betrieb angenommen. Sie wird dort viel Geld verdienen. Ihr gefällt der Job. Sie mag ihre Kollegen. Die WG-Wohnung ist bereits gekündigt, die neue angemietet. Es geht ihr gut.
Ich weiß nicht, woran es liegt. B. und S. auch nicht. Sie verstehen dieses System ebenso wenig wie ich. Aber sie verstehen, dass man Angst haben kann. Ja, unsere Berufschancen sind besser. Aber ebenso ist die Ungewissheit größer.
pop. - 6. Jul, 14:10
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