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2
Okt
2006

»Wenn die Photographie

sich nicht ergründen läßt, dann deshalb, weil ihre Evidenz so mächtig ist. Im Bild gibt sich der Gegenstand als ganzer zu erkennen, und sein Anblick ist gewiß – im Gegensatz zum Text oder zu anderen Wahrnehmungsformen, die mir das Objekt in undeutlicher, anfechtbarer Weise darbieten und mich dadurch auffordern, dem zu mißtrauen, was ich zu sehen glaube. Diese Gewißheit ist unanfechtbar, weil es mir freisteht, die Photographie so eingehend zu betrachten, wie es mir beliebt; doch wie lange ich das Bild auch betrachten mag, es teilt mir nichts mit. Genau in dieser Interpretationssperre liegt die Gewißheit des PHOTOS: auch wenn ich mich noch so mühe, alles, was ich feststellen kann, ist, daß es so gewesen ist; für jeden, der ein Photo in Händen hält, liegt darin ein ›fundamentaler Glaube‹, eine ›URDOXA‹, die nichts zerstören kann, es sei denn, man beweist mir, daß dieses Bild keine Photographie ist.«
>>> Roland Barthes: Die helle Kammer. Bemerkungen zur Photgraphie

&

»I’ve got pictures to proof / I was there«
>>> The Get Up Kids: Out of Reach

23
Sep
2006

»maybe it’s all made up in our heads

this happens to me when i’m bored
or depressed
here is the best part of the song
where i admit that i might be wrong
because if they are good and if
they are right
then they’ll have their rapture one
of these nights«

>>> The Organ: Brother

22
Sep
2006

»Die Faszination für Techno

ging bei mir damit los, dass ich mich tagelang in Läden durch das Zeug hörte, aber ich musste am Anfang noch bei jeder fünften Platte ungefähr in dem Optimal-Laden in München den Lester holen, ihm den Kopfhörer aufsetzen und fragen: Ist die 33 oder 45? Ich konnte es nicht hören. Es käme mir heute nicht im Entferntesten irgendein Zweifel darüber, ob das ne 33er oder 45er ist. Wenn die Hi Hat so klingt, das kann nur so gemeint sein. Wenn der Bass diese Frequenzen hat, es wäre außerhalb dessen, was sonst als sonischer Diskurs läuft, wenn es in einem anderen Tempo gespielt wird. Dass es DJs machen, ist ein anderer Punkt. Und dass man mit dem Pitchregler auch noch ziemlich nah an das jeweils andere rankommt ist auch klar. Aber wie das gemeint ist – die Codes überhaupt zu begreifen. Wo ist die Normalnull? Das finde ich immer das Aufregendste.«

>>> Thomas Meinecke, in: Witzel/Walter/Meinecke: Plattenspieler

19
Sep
2006

»Für Deborah Harry

ist es mehr als bloß wirtschaftliches Kalkül, ihre Talente unter einer Mähne blondgefärbter Haare zu verstecken. Es ist Besessenheit. Blond zu sein, nein, blond zu spielen, muß es heißen: das war für sie von Anbeginn eine Geisteshaltung, die in der Kopie Marlyn Monroes die schweißtreibende Erotik vollendeten Glamours anstrebte, um sie zugleich durch eine schäbige, bisweilen strategisch reivoll zerrissene Garderobe und den stets kalten, herausfordernden Blick zu brechen. Blondsein wurde bei ihr zum Ausdruck von Willen, Macht und Arroganz. Wohl deshalb, und keineswegs eines hübchen Babydoll-Gesichts wegen, hatte Andy Warhol bei Gelegenheit seinem Tagebuch anvertraut: ›Wenn ich mir einmal das Gesicht liften lasse, will ich hinterher aussehen wie Deborah Harry.‹«

>>> Freddy Langer, FAZ Feuilleton, 1. Juli 2005

15
Sep
2006

»Widmen Sie den Toten

all ihre Gedanken, alles, was Sie tun, Ihre ganze Liebe, und Sie werden sehen, dass sie uns gehören, wenn wir bereit sind, ihnen zu gehören.«
>>> Julien in Truffauts »Das grüne Zimmer«

&

»Es wird ein warmer Abend sein / und wir werden draußen stehn / und wir werden uns berühren / und die Nacht sich senken spüren / die Flüsse werden für uns singen / sie schenken uns den Schlaf / wir werden ohne Träume sein«
>>> Kante: Warmer Abend

13
Sep
2006

»Die Menschen können

nicht stillsitzen und über ihr Schicksal in dieser Welt nachdenken, ohne verrückt zu werden. Deshalb erfinden sie Methoden, um sich von dieser Horrorvision abzulenken. Sie arbeiten. Sie genießen ihre Freizeit. Sie häufen jenes aberwitzige Nichts an, das sie ›Eigentum‹ nennen. Sie streben nach jenem schüchternen Augenaufschlag, den sie ›Ruhm‹ nennen. Sie gründen Familien und dehnen ihren Fluch auf andere Menschen aus. Und die ganze Zeit über ist es ihr dringendstes Bedürfnis, sich selbst zu verlieren, sich zu vergessen, der Tragikomödie, die sie selbst sind, zu entrinnen.«

>>> H. L. Mencken, 1926

9
Sep
2006

»Die postmoderne Haltung

erscheint mir wie die eines Mannes, der eine kluge und sehr belesene Frau liebt und daher weiß, daß er ihr nicht sagen kann: »Ich liebe dich inniglich«, weil er weiß, daß sie weiß (und daß sie weiß, daß er weiß), daß genau diese Worte schon, sagen wir, von Liala geschrieben worden sind. Es gibt jedoch eine Lösung. Er kann ihr sagen: »Wie jetzt Liala sagen würde: Ich liebe dich inniglich.« In diesem Moment, nachdem er die falsche Unschuld vermieden hat, nachdem er klar zum Ausdruck gebracht hat, daß man nicht mehr unschuldig reden kann, hat er gleichwohl der Frau gesagt, was er ihr sagen wollte, nämlich daß er sie liebe, aber daß er sie in einer Zeit der verlorenen Unschuld liebe. Wenn sie das Spiel mitmacht, hat sie in gleicher Weise eine Liebeserklärung entgegengenommen. Keiner der beiden Gesprächspartner braucht sich naiv zu fühlen, beide akzeptieren die Herausforderung der Vergangenheit, des längst schon Gesagten, das man nicht einfach wegwischen kann, beide spielen bewußt und mit Vergnügen das Spiel der Ironie. Aber beiden ist es gelungen, noch einmal von Liebe zu reden.«

>>> Umberto Eco: Nachschrift zum »Namen der Rose«

7
Sep
2006

»Ich kenne nichts

auf der Welt, das eine solche Macht hat, wie das Wort. Manchmal schreibe ich eines auf und sehe es an, bis es beginnt zu leuchten.«

>>> Emily Dickinson. Gefunden auf einer Werbekarte von Moleskine.

3
Sep
2006

Geschwindigkeit – Beschleunigung – Bewegung

»Eine eigene Geschichte / aus reiner Gegenwart / sammelt und stapelt sich / von selbst herum um mich / während ich durch die Gegend fahr«
>>> Blumfeld: L'etat et moi

&

»Wir reisen über die Welt und in die Funktion von Abbildungen hinein. Bäume sind keine Bäume, Straßen sind keine Straßen, nicht einmal Mütter sind Mütter. Die Geschichte der Bewegung ist jener leuchtende Fortschritt, den allein Männer und Frauen in die Welt bringen.«
>>> Scott Bradfield: Die Geschichte der leuchtenden Bewegung

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»Die Zukunft, die stets so klar vor mir gestanden hatte, war zu einer schwarzen Autobahn in der Nacht geworden. Wir befanden uns jetzt auf unbekanntem Gebiet. Wir schrieben Geschichte, während wir uns fortbewegten.«
>>> Sarah Connor als Linda Hamilton in Terminator 2 — Judgment Day

&

»Die Fahrbahn ist ein graues Band / weiße Streifen, grüner Rand.«
>>> Kraftwerk: Autobahn

&

»Ist aber einmal eine bestimmte Geschwindigkeit erreicht, so kann man nicht mehr hinter sie zurückfallen.«
>>> Paul Virilio

&

»Impatience. Highways full of crowds going somewhere, somewhere, somewhere, nowhere. The gasoline refugee. Towns run into motels, people in nomadic surges from place to place, following the moon tides, living tonight in the room where you slept this noon and I the night before.«
>>> Ray Bradbury: Fahrenheit 451
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