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11
Jul
2007

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»Modern sein heißt, die Welt als Bild zu begreifen. Eine der bis heute besten Darstellungen dieses Wandels hat Martin Heidegger in seinem Aufsatz ›Die Zeit des Weltbildes‹ geliefert. ›Weltbild, wesentlich verstanden‹, schreibt Heidegger, ›meint daher nicht ein Bild von der Welt, sondern die Welt als Bild begriffen.‹ Das Bild ist im Denken der Moderne kein Abbild von etwas mehr, das Dinge und Lebewesen originalgetreu nachzeichnet, sondern ein Modell, über das der Mensch verfügt und in dem er seine Korrekturen anbringt. Im Bild wird die Welt ästhetisiert und das Original, das Leben sozusagen, marginal. Mit der Verbildlichung der Welt werden die Gegenstände aber nicht nur ästhetisiert, sie werden auch in einem essenziellen Sinn aus der Macht des Schöpfergottes genommen. Mit der Ästhetisierung der Natur verliert Gott seine Macht über die Dinge. Auch deshalb gehören Bilder und bildgebende Verfahren zu den methodischen Unabdingbarkeiten der modernen Naturwissenschaften. Und moderne Naturwissenschaften sind seit ihrem Aufkommen im 17. Jahrhundert substanziell atheistisch. Wissenschaft ist nur möglich unter der Annahme, dass es keinen Gott gibt.«

>>> Cord Riechelmann zum evangelikalen ›Atlas der Schöpfung‹

7
Jul
2007

6
Jul
2007

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Morgen im Fernsehen: Shut up & dance! Updated (Bericht)
3Sat Foyer, das Staatsballett sagt 19 Uhr, 3sat 19:20 Uhr.

12
Jun
2007

»Der Tod der großen einfachen Vorstellungen,

die uns wahrhaft zu erschüttern vermögen, ist sehr nahe. Das Sterben der Schönheit, wie sie die alte Welt besaß, ist erfolgt. Alles Verklärte verlöschte unter Höllengelächter, reiner Ton, wahres Wort werden ungern gehört und ungern jenes:
Ist’s nicht der Mantel noch gesäter Sterne?
Ist’s nicht der Liebe hochverklärtes All?
Zerrissen ist der Mantel noch gesäter Sterne. Gelöst, aufgetrennt wird alles, im angstgequälten oder süchtigen Suchen nach äußerstem Effekt. Wer das Böse an solchem Vorgang aufzeigt, wird als Feind verschrieen, und Widersacher ist der, welcher kam, um zu binden anstatt zu lösen. Angst vor der stillen Tiefe der Nacht, alles ruft nach Erklärung: ›Sie wollen die Nacht zum Tage machen‹ sagt Novalis, so wie es schon bei Hiob steht.
Ach, ließe sich doch eine Zone des Schweigens einschalten zwischen Gestern und Morgen, damit das Morgen reiner aufgehn könnte.«

>>> Carl J. Burckhardt in einem Brief an Hugo von Hofmannsthal, Basel 1919

8
Jun
2007

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>>> OH!

7
Jun
2007

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Okay, wer tatsächlich noch nie Fatih Akins »Gegen die Wand«, zu dem mir glatt die Superlative ausgehen, gesehen hat, muss die letzten Jahre verschlafen haben – kann das jetzt aber nachholen:

>>> »Gegen die Wand« online

19
Mai
2007

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>>> some ecards

9
Mai
2007

»Wenn ich sage, die Realität ist verschwunden,

dann meine ich damit das Prinzip der Realität samt dem ganzen damit verbundenen Wertesystem. Schon der Begriff des Realen setzt einen Anfang voraus, Zweckbestimmtheit, Vergangenheit, Zukunft, Kontinuität, Ursachen und Wirkungen, kurz gesagt, Rationalität. All das verschwindet bei der Vernichtung des Realen. Das ist das perfekte Verbrechen. Doch mit dieser Aussage greife ich schon ein wenig vor, denn diese verbrecherische Perfektion könnte nur erreicht werden, wenn der Virtualisierungsprozeß der Welt bereits abgeschlossen wäre. Soweit sind wir -noch nicht, und wie im Kriminalroman ist das Verbrechen niemals perfekt. Unsere Situation ist eher die, wie sie Borges in seiner Fabel von Landkarte und Territorium beschrieben hat. Borges sieht Fetzen der Karte auf der Fläche des Territoriums vermodern. Doch in unserem Fall wäre es eher umgekehrt: Auf der Fläche der Karte, der virtuellen Abstraktion des Territoriums, treiben nur noch ein paar Fetzen des Realen.«

>>> Baudrillard: Das perfekte Verbrechen

8
Mai
2007

»In a banal setting

at an inconvenient time, would beauty transcend?«

>>> Weingarten: Pearls Before Breakfast

4
Okt
2006

Kritik – Wahrheit – Kohärenz

»Jede Kritik muß in ihrem Diskurs (sei es auch auf noch so diskrete und abgewandte Weise) einen imlpizierten Diskurs über sich selbst enthalten. Jede Kritik ist Kritik des Werkes und Kritik ihrer selbst.«

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»[D]ie Kritik ist keineswegs ein Verzeichnis von Resultaten oder ein Korpus von Urteilen, sie ist wesentlich eine Tätigkeit, das heißt eine Folge von intellektuellen Handlungen, die tief in der historischen und subjektiven (beides ist dasselbe) Existenz dessen wurzeln, der sie ausübt, das heißt, der die Verantwortung für sie übernimmt. Kann eine Tätigkeit ›wahr‹ sein? Sie gehorcht ganz anderen Forderungen.«

&

»Wenn die Kritik nur eine Metasprache ist, heißt das, daß ihre Aufgabe nicht darin besteht, ›Wahrheiten‹ aufzudecken, sondern nur ›Schlüssigkeiten‹. In sich ist eine Sprache weder wahr noch falsch, sie ist schlüssig oder nicht.«

&

»Das Werk […] ist weder jemals völlig bedeutungslos (geheimnisvoll oder ›inspiriert‹), noch jemals völlig klar, es hat eine gewissermaßen aufgeschobene Bedeutung: es bietet sich zwar dem Leser als ein deklariertes, etwas bedeutendes System dar, entzieht sich ihm aber als bedeutendes Objekt.«

>>> Roland Barthes: Was ist Kritik? in: Literatur oder Geschichte
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